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Ghost stellt Geschäftsbetrieb ein: Keine Rettung für den Fahrradhersteller

KI generiertes Symbolbild

Für die Ghost-Bikes GmbH aus Waldsassen ist keine Fortführungslösung gefunden worden. Die verbliebenen Fahrräder sollen als Gesamtpaket verkauft werden, anschließend wird der Geschäftsbetrieb geordnet eingestellt. Betroffen sind zuletzt 53 Beschäftigte. Die Zukunft des Markennamens bleibt offen.

Die Hoffnung auf einen Neustart hat sich nicht erfüllt: Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung am 1. November 2026 steht für die Ghost-Bikes GmbH die Abwicklung an. Das geht aus der Unternehmensmitteilung vom 2. November hervor.

Bereits am 5. August hatte Ghost gemeinsam mit der Muttergesellschaft Accell Germany und den Schwestergesellschaften Winora Staiger sowie E. Wiener Bike Parts Insolvenzanträge in Eigenverwaltung gestellt. Die anschließende Suche nach einer wirtschaftlich tragfähigen Zukunft blieb für Ghost erfolglos.

Warum die Rettung gescheitert ist

Im internationalen Investorenprozess wurden unterschiedliche Möglichkeiten zur Fortführung geprüft. Nach Angaben des Sachwalters lag letztlich jedoch kein Angebot vor, das die Gläubiger wirtschaftlich bessergestellt hätte als ein geordneter Verkauf der vorhandenen Fahrradbestände.

Damit fällt die Entscheidung für Ghost anders aus als für die Schwestermarken Haibike und Winora. Für deren Gesellschaft Winora Staiger wurde Ende Oktober eine Übernahme durch Bike Tree vereinbart. Ghost gehört nicht zu dieser Vereinbarung.

Restbestände werden als Paket angeboten

Seit Anfang September hatte Ghost vorhandene Fahrräder wieder an den Fachhandel verkauft. Nun sollen die verbleibenden Bestände geschlossen an einen Händler gehen. Einzelbestellungen bei der Ghost-Bikes GmbH sind seit der Verfahrenseröffnung nicht mehr möglich.

Wer die Fahrräder übernimmt und wann sie anschließend angeboten werden, wurde bislang nicht bekannt gegeben. Auch einen konkreten Termin für den vollständigen Abschluss der Betriebseinstellung nennt die Mitteilung nicht.

Ein Einschnitt nach mehr als drei Jahrzehnten

Ghost wurde 1993 gegründet und entwickelte sich zu einer international bekannten Mountainbike-Marke. Neben klassischen Mountainbikes prägten zuletzt zunehmend E-MTBs das Sortiment, darunter Baureihen wie E-Riot, E-ASX und Path Riot.

Für den Standort Waldsassen ist die angekündigte Schließung ein weiterer Einschnitt: Bereits 2023 war die Fahrradproduktion ins Ausland verlagert worden. Bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens beschäftigte die Gesellschaft noch 53 Mitarbeiter.

Was für Ghost-Besitzer offenbleibt

Zur künftigen Abwicklung von Herstellergarantien, zur Ersatzteilversorgung und zum Service für bereits verkaufte Fahrräder enthält die aktuelle Unternehmensmitteilung keine konkreten Angaben. Eine pauschale Entwarnung lässt sich daraus ebenso wenig ableiten wie die Behauptung, dass künftig sämtliche Unterstützung entfällt.

Ungeklärt bleibt außerdem, ob die Markenrechte verkauft werden oder Ghost später unter einem anderen Eigentümer zurückkehrt. Bestätigt ist die geplante Einstellung des Geschäftsbetriebs der Ghost-Bikes GmbH. Ein endgültiges Verschwinden des Markennamens ist damit noch nicht belegt.

Für die Mountainbike-Szene bedeutet die Entwicklung dennoch einen spürbaren Verlust an Herstellervielfalt. Für die Beschäftigten in Waldsassen geht es zugleich um weit mehr als einen bekannten Namen auf dem Fahrradrahmen.

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